Das Tausendjährige Schloßborn im Taunus

 

Von August Staub.
Im Jahre 931 wird Schloßborn im Taunus erstmals erwähnt. Die Urkunden wissen weiter, dass Erzbischof Williges kurz nach 990 hier eine Kirche erbauen ließ. Das jetzige Gotteshaus entstand im 18. Jahrhundert. Die Tür hat das reich verzierte Wappen mit Bischofsmütze, Krummstab, Schwert und Mainzer Rad.

Es erinnert mich an die Mainzer Grenzsteine, die ich im Walde antraf. Auf dem Dachboden der Kirche sollen drei alte Heiligenfiguren kümmern, Maria mit dem Kind und zwei weibliche Heilige, gute spätgotische Arbeiten, die gewiss in der alten Kirche Gegenstände zahlloser Anbetungen gewesen sind.
Von der einstigen Ummauerung Schlossborns blieb der gedrungene westliche Eckturm. In seinem Erdgeschoss befindet sich das fünf Schritt weite Verließ, Es ist unzugänglich. Durch die rechteckigen Schießlöcher sieht man die die Dicke der Mauern.
Die Ringmauer, die wie alles alte Mauerwerk in Schloßborn aus Rauhsteinen besteht, umfriedigt hundert Meter weit den Pfarrgarten oder ist Scheunenwand geworden.
Ein Mann erzählt mir stolz, durch Kaiser Maximilian habe der Ort sogar Marktrechte erhalten. Die Vogtei hatten die rheinischen Herren von Bolanden und nacheinander zu Lehen die von Eschborn und Cronberg und danach die rauflustigen Grafen von Eppstein.
Von der Kirche durch eine hohe Treppe und die vielhundertjährige Linde getrennt, steht der Schützenhof. Das schwereichene Balkenwerk des Obergeschosses ist freigelegt und mit Schnitzereien versehen wie Märchenblumen aus einem vergessenen Garten. Eine ferne Zahl, 1351, blüht dazwischen. Sicher war das Haus den hohen gräflichen Beamten gehörig. Der späte Nachfahre der einstigen Bewohner im Nachbarhaus winkt mich herein und zeigt mir die mit altehrwürdiger Stukkatur verzierte Decke.
Ich gehe die Straße bergab, hohe Sonnenblumen grüßen über die Zäune der Bauerngärten, Astern-und Dahlienfülle brennt in den schönen Herbsttag, Wildreben umranken den Holzerker eines der friedlichen Häuslein mit den Butzenscheiben.
Unten steht die Burg. Die Grafen von Eppstein haben sie angelegt und später als Jagdschloss benutzt. Hirsche und Wildschweine gibt's hier oben genug. Das Schloss ist ein schlichter Renaissancebau mit hohen Zimmern, rotsandsteinernen Fenstereinfassungen und festen einfach schön geschwungenen, schmiedeeisernen Gittern.
Schloßborn ist sehr viel älter als seine geschichtlichen tausend Jahre. Der nahe felsige Höhenzug wird seit alters die Rentmauer genannt.
Die Legende erzählt, dass fromme Mönche dort wohnten inmitten blumenbunter Gärten. Nur das Wasser fehlte. Einen jungen Bruder fiel es zu, das Wasser mit dem Esel täglich aus dem tiefen Grund zu holen. Eine Nixe half ihm die Schläuche füllen und begleitete ihn dann ein Stück den Heidenpfad hinauf. Weil er aber das Verlangen der umstrickend schönen Quellnixe nicht stillte, sondern sich lieber in seiner Zelle gefangen halten ließ, hat die Verschmähte sich furchtbar gerächt, Kloster und Gärten in Felseinöde verwandelt. Auf dem Butznickel ragt ein großer Stein, das verwunschene prächtige Heidenschloss, dass nach der Sage hier oben stand. Der Butz hütet bis auf diesen Tag argwöhnisch die unter den Trümmern ruhenden Schätze.
Nikolausabend geht der heilige Nikolaus in Schloßborn von Tür zu Tür, Äpfel und Nüsse unter die guten Kinder zu werfen. Sind aber unartige da, teilt der böse Butz die Schläge aus. Der neue Glaube hasste das germanische Bergheiligtum.
Merkwürdig träumt dort oben im Taunus um die Mauerreste des einst bedeutenderen Ortes das Märchen vom deutschen Mittelalter. Verführerisch aber blüht zwischen den Wäldern, vielleicht als Gedanke der prachtroten giftigen Tollkirsche, die ich in mehreren Stauden fand, heidnisches Altertum in unsere Zeit.


                              Entnommen der Zeitschrift "Heimat im Bild" Beilage zum Gießener Anzeiger,

                                                                            Donnerstag den 3. März Jahrgang 1932

 

 

     Schloßborn

 

7.12.2008

Von Eppstein erreicht man talaufwärts auf lieblichen Wegen das alte katholische Pfarrdorf Schloßborn. Am östlichen Ende des westlich von Königstein in einem freundlichen Hochtal an dem Dattenbach gelegenen Ortes stehen die Ruinen einer alten Burg.

 

Schloßborn, daß ehemals Brunnon hieß, ist sehr alt. Die erste Kirche Brunnons hat, wie eine in der Heidelberger Universitäts-Bibliothek befindliche Urkunde des Erzbischofs Bardo von Mainz aus dem Jahre 1043 meldet, kein Geringerer als Erzbischof Willigis von Mainz erbaut. Staggo, Erzbischof der Dänen, hat sie geweiht. Vielleicht trug der Ort seinen Namen zu Ehren des Erzbischofs Bruno von Köln, des Bruders Kaisers Otto I.

 

Bruno, der als Reichskanzler Ordnung in die Kanzlei brachte, ist 965 zu Reims gestorben. Willigis ist von Otto I. In seine Kanzlei aufgenommen worden und von Otto II. 975 zum Erzbischof von Mainz und Erzkanzler für Deutschland erhoben worden; er begann den Bau des Mainzer Domes, baute die Brücke bei Aschaffenburg über den Main und die bei Bingen über die Nahe.

 

Dem Erbauer der ersten Kirche zu Schloßborn wird in alten Schriften ein Loblied gesungen: „Was der Bischoff vor ein kluger und bescheidener Herr gewesen, dessen seynd nicht alleine die Bücher voll, sondern es ist solches auch aus seinen eigenen Worten sattsam abzunehmen, da er überall ein Rad gemahlet mit der Überschrift: Willigise, Willigise, recole unde veneris et prioris tuae fortunae memor, quis nunc sis, considera.“

 

Durch dessen kluge Education hat Kaiser Otto III. allbereit in seiner Jugend einen solchen herrlichen Verstand hervorleuchten lassen, daß er den Bey-Nahmen bekommen: Miribilia mundi.

 

 

 

Da die Mainzer Bischöfe der alten Zeit nicht so sehr der inneren Einkehr pflegten, sondern häufig selbstbewusste Herren waren, könnte zutreffend sein, was der Volksmund von dem Kirchenfürsten erzählt: Willigis habe, als die Mainzer Domherren, um ihn als Sohn eines Wagners in Schöningen im Braunschweigischen zu ärgern, ein Wagenrad an seine Wand malten und darunter schrieben: „Willigis, Willigis! denk, woher Du kommen fis“, das Rad in sein Wappen aufgenommen, das jetzt noch das Mainzer Wahrzeichen ist. Bei seinem Ansehen konnte er sich, wie viele Jahrhunderte nach ihm der alte Fritz, der die Manifeste, die sich gegen ihn richteten, niedriger hängen ließ, damit man sie auch lesen konnte, diese Rache an seinen Spöttern erlauben.

 

Willigis übergab Ende des 10. Jahrhunderts die Kirche unter Kaiser Otto III. Dem Stefansstift in Mainz. Im Jahre 1043 wurde die alte hölzerne Kirche durch eine steinerne ersetzt, die Erzbischof Bardo weihte.

 

 

 

Die Vogtei kam 1190 an die Herren von Eschborn und damit später an Cronberg. Noch Urkunden von 1223 und 1264 nennen den Ort immer als Burne.

 

Der Ort war gut befestigt; 1369 wurde die Befestigung erneuert und mit neun Türmen versehen.

 

Im Jahre 1442 gelangte der Platz durch Kauf an die Eppsteiner, die eine Burg anlegten. Später diente diese ihnen als Jagdschloß. Seit der Übernahme durch die Eppsteiner hieß der Ort Schloßborn.

 

Kaiser Maximilian gab Schloßborn 1568 das Privilegium eines Jahrmarktes. Die Burg stand auf der Stelle, an der sich heute die „Wirtschaft zur Burg“ befindet. An den noch vorhandenen Turm schließt sich nördlich ein Stück Ringmauer an. Das Verließ des Turmes ist 5 Meter hoch. Im Scheitel des Gewölbes befindet sich eine viereckige Öffnung, oberhalb des Verließes eine rundbogige Tür. Die zu der ehemaligen Vogtei gehörigen Orte Nithusen, Molnhusen, Frankenbrücken, Lubrechtsborn bestehen nicht mehr.

 Schloßborn gehörte 1803 bis 1866 zu Nassau.

 Abschrift aus dem Buch „Burgen um Frankfurt a. M.“ sechste Auflage FFM Herbst 1919

 

 

 

 

 

 

 

22.09.2007

 

Dem HGV wurde in der Museumsstube von dem Schloßborner Herr Hans-Georg Butzeck ein Buch aus seiner Kindheit zur Ansicht mitgebracht. Das Buch, "Nassauische Sagen" beinhaltet zwei alte Erzählungen aus Schloßborn.

 

 

 Der Butznickel von Schloßborn

 

 

In unmittelbarer Nähe von Schloßborn, an der Gabelung des Dattenbaches, liegt ein stattlicher Bergkegel, der Butznickel. Am Südende seiner bewaldeten Kuppe, wo der große Stein aufragt, stand vor vielen tausend Jahren das Heidenschloß. Es war ein gar prächtiger Bau, in welchem alles auf das kostbarste ausgeschmückt war. Nur Wasser gab es da oben nicht, darum mussten die Heiden -  so nennt man die Riesen der alten Zeit - an der Ostseite des Berges auf dem steinigen Heidenpfade zum Bache niedersteigen. Wie in einem Zaubergarten blühten und duftenden auf den Bergabhängen die seltsamsten Blumen, wie sie weit und breit nicht zu schauen waren.

Dann verschwanden die Heiden, das Riesenschloß zerfiel. Graue Trümmermassen und einzelne riesige Blöcke bedecken in wüsten Durcheinander seitdem die Höhe. Nun wohnt in den Ruinen der böse Butz und behütet argwöhnisch den verborgenen Schatz, welcher tief unter dem Heidenschloß noch heute liegt.

Am Nikolausabend geht im Dorfe der Nikolaus umher und besucht, unter Kettengerassel und hier und da Schläge austeilend, die Kinder, denen er Nüsse und Äpfel schenkt. Wo aber ein Kind unartig ist, da sagt zu ihm die besorgte Mutter: "Still, sonst kriegt dich der Butzmann, der böse Butz!"

 

 

 

 

 

 

 


 Die Nixe von Schloßborn


Westlich von Schloßborn erhebt sich ein Höhenzug, der in allmählicher Steigerung nach Süden zu verläuft und gegen das Ende einen schmalen scharfen Rücken bildet. Dieser Bergrücken trägt eine Reihe hoher, kegelförmiger, aus Geröll und Felsblöcken bestehenden Spitzen, die wie die Höcker eines Kamels emporragen.
Der ganze Berg und besonders seine Stirne hat das Aussehen als hätten Bergriesen in wilder Wut die Felsblöcke
aufeinandergetürmt, um den Himmel zu stürmen. Seit alter Zeit wird dieser Bergrücken die "Rentmauer" genannt, und man weiß von ihrer Entstehung folgendes zu erzählen.

In alten Zeiten als das Christentum anfing, sich in Deutschland auszubreiten, war es auf der Höhe der Rentmauer anders als jetzt. Fromme Mönche hatten sich dort eine stille Wohnung erbaut, und wo jetzt riesige Felsmassen aufgetürmt sind, waren damals schöne Gärten mit bunten Blumen und zahlreichen Fruchtbäumen. Einem jungen Klosterbruder fiel die Aufgabe zu, täglich auf einem mit Schläuchen beladenen Esel Wasser aus der Tiefe empor zu holen.

 

Die Nixe der Quelle half ihm dienstfertig dabei und begleitete ihn auch den steilen Pfad hinan, der noch jetzt
vorhanden ist und "Heidenpfad" genannt wird. Sie gab sich viele Mühe, den unerfahrenen Mönch in ihr Netz zu ziehen und ihn dem Christentum abwendig zu machen. Schon schwankte er und war nahe daran Ihren Einflüsterungen zu folgen. Da beunruhigte ihn sein Gewissen und er erzählte alles seinem Vorgesetzten.Von nun an durfte er seine Zelle nicht mehr verlassen.

 

Die Nixe aber rächte sich furchtbar. Der Berg erbebte, Feuer kam aus der Erde und zerstörte die Gebäude; Felsblöcke wurden aufeinandergetürmt und von dem friedlichen Bilde des Klosters war keine Spur mehr zu finden. Gar bald aber bereute die Nixe Ihre schreckliche Tat.
Lange irrte sie trauernd in den Felstrümmern umher, und auch jetzt noch lässt sie von Zeit zu Zeit als Uhu ihre
schauerlichen Klagetöne weithin durch die stille Nacht erschallen, den nächtlichen Wanderer erschreckend und zur Eile antreibend.

 


 

 

 

 

 

03.08.2007

 

Im Internet gefunden.

 

"Wild und sanft zeigt sich die irische Landschaft am Ring of Kerry (Iveragh). Lough steht fuer See, wobei der gaelische Ausdruck Loch Luloch heisst. "

 

 

 

Wenn man bedenkt das wir auch ein "Luloch" haben und dieses am "Seegrund" liegt!!!

 

Vielleicht sollten man mal in den alten Kirchenbüchern nach alten Schloßborner Bürgern mit schottischen/irischen Vorfahren suchen.

 

 

 

 

 


 

 

 

 Schloßborn

 

ehemals Brunon/Brunnon oder Born ist eine der ältesten Ansiedlungen im Taunus.

 

 

 


 

 

 

Schloßborn, nach einer Beschreibung der Zeitung „Rheinische Volkszeitung“         vom 1. August 1929 Autor: Anton Horn

 

In einem von hohen Wäldern umgebenen, etwa 11/2 Stunden vom Großen Feldberg südwestlich sich ausbreitenden Hochtal liegt das von Sommerfrischler- und Wintersportlern gern aufgesuchte Dorf Schloßborn, eine der ältesten Siedlungen im Taunus, früher „Brunon“, später „Born“ genannt.

Um das Jahr 985 erbaute man hier unter Erzbischof Wiligis von Mainz eine Holzkirche, die von dem Dänenbischof Staggo eingeweiht wurde.

Im Jahre 996 schenkte König Otto III. Die Mark Buschbach, wozu auch Brunon gehörte, mit allen dazugehörigen Dörfern, Weilern, Mühlen usw. den Brüdern an der Stephanskirche in Mainz.

 Zu der Mark kamen später Josbach und Altenburg hinzu. Die Stephansbrüder zu Mainz ließen im Jahre 1013? eine Kirche aus Stein erbauen, die von Erzbischof Bardo von Mainz eingeweiht wurde. Zur Pfarrei Brunon zählten damals folgende Orte und Weiler: Weilnau, Solderberg, Reifenberg, Walmarshausen?, Hattstein, Born, Gößhausen, Ruprechtsborn, Niedhusen, Hollehusen, Dietelshain, Ehlhalten, Nieder- und Oberjosbach, Niedernhausen, Eschenhahn, Ehrenbach, Königshofen, Schenkelshain?, Lenzhahn.

Später kamen hinzu: Eppstein, Bremthal, Ruppertshain, Fischbach und Eppenhain.

 

Da die Stephansbrüder keine weltliche Gerichtsbarkeit ausüben konnten, übergaben sie die Landeshoheit über Born an die Herren von Falkenstein. Diese setzten Vogt und Schöffen ein. Auch die Edlen von Eschborn, Cronberg und Eppstein herrschten nacheinander über Born.

 Eberhard I. von Eppstein legte 1339 in Born ein festes Haus mit Türmen und Verließ an. Die später als Jagdschloß benutzte Burg gab dem Ort den Namen Schloßborn. Unter den Grafen von Eppstein wurde der Ort befestigt.

 Die Burg bildete den westlichen Teil des Dorfes. Sie lag innerhalb der um das Dorf gezogenen Ringmauer, war jedoch von dem übrigen Dorf durch eine eigene Befestigung getrennt. Die Burgbewohner hatten einen eigenen Ausgang durch die Ringmauer, das sogenannte „Untertor“. Ein Teil der Burg wurde im neunzehnten Jahrhundert wegen Baufälligkeit mit dem Eckturm abgerissen und nur zum Teil wieder errichtet. (Wohnhaus Ernst Klomann.) Ein anderer Teil steht heute nahezu wie einst und wird ebenfalls als Wohnhaus benutzt. (Peter Mohr.) Die Stallung wurde in die jetzige Gastwirtschaft „Zur Burg“ umgewandelt. (Besitzer Peter Kilb.) Die Burg war schon im fünfzehnten Jahrhundert mit Wasserleitung versehen.

 

Das Wappen von Born stellte ein in fünf Felder eingeteiltes Schild dar. Auf zwei Feldern war das Mainzer Rad, auf zwei der Eppsteiner Sparren, auf dem in der Mitte ein Brunnentrunk, jedenfalls das Sinnbild Borns, angebracht. Im Jahre 1817 ließ man das jetzige Siegel mit dem Schloßborner Turm anfertigen. 1522 starb Gottfried X. Von Eppstein; seine Besitzungen wurden verpfändet und Born gehörte fortan weltlich und kirchlich zu Königstein. Im Jahre 1553 starb Eberhard von Königstein ohne männliche Nachkommen; damit erlosch das Königsteiner und Eppsteiner Geschlecht. Unter kaiserlicher Zustimmung fiel nun Born an die Herrschaft der Stollberger, die durch das Stephansstift in Mainz als Lehnsherren anerkannt wurden.

 

 Im Jahre 1535 wurde Born zum Flecken erhoben. Unter der Herrschaft der Grafen von Stollberg versah man die Gemarkung mit Grenzsteinen. Das Jahr 1564 brachte Born die Reformation, der ganze Ort nahm die lutherische Konfession an. Wie schon erwähnt, waren die Bewohner von Born Leibeigene. Der Schultheiß mußte die Bürger jedes Jahr in eine Zählliste aufnehmen und die Zähllisten nach Eppstein weitergeben, weil die Bürger gewisse Abgaben zu entrichten hatten. So hatten sie z.B. Schätzungsgelder zu zahlen, d. h. Der Wert ihres Grundes und Viehes wurden geschätzt und von je 10 Gulden mußte eine gewisse Steuer entrichtet werden. Wenn in einem Hause der Mann starb, so fiel das beste Stück Vieh der Herrschaft zu. Das nannte man den sogenannten „Blutzehnten“ oder das „Beste Haupt“. Außerdem waren die Bewohner verpflichtet, außerordentliche Frondienste (unleserlich)... bei der Jagd, ...das Abliefern des ... der Erzeugnisse ( Halm-, Hackfrüchte ... und die Gestellung? sämtlicher Erlenröhren? gemeindlicherseits an die Herrschaft. Für die Benutzung der Schafweide mußte eine hohe Summe gezahlt werden. Trotz des Widerspruchs der Gemeinde wurden etwa 500 Morgen Wald der Herrschaft überwiesen. Die Bürger hatten jetzt keine freie Jagd mehr und das Wild, besonders die Wölfe, nahm stark zu.

 

Im Jahre 1568 bewilligte Kaiser Maximilian die Abhaltung eines Jahrmarktes in Born. Wie lange und auf welche Art dieser abgehalten wurde, ist heute nicht mehr bekannt. 1660 jedenfalls wurde er schon nicht mehr abgehalten. Als 1581 das Geschlecht der Stollberger ausstarb, fiel die Herschaft Königstein mit Born an den Kurfürsten von Mainz. Um diese Zeit wurde auch die katholische Religion wieder eingeführt.

 Im Dreißigjährigen Krieg hatte der Ort viel unter den Schweden zu leiden. Seine Befestigungen wurden teilweise zerstört, die Häuser niedergebrannt, Hab und Gut geraubt oder vernichtet. Beim Friedensschluß zählte Born nur noch elf Familien. Dann wurde das Dorf von 1665 bis 1667 von der Pest heimgesucht.

 In Born bestanden schon seit alten Zeiten einige Glasschmelzereien, wie die noch heute in dem Distrikt „Kalbsheck“ vorhandenen Glasscherben beweisen.

 

In den Jahren 1713 und 1714 wurde die jetzige Kirche erbaut. Während der Zeit des Schloßborner Kirchenbaues regierte Lothar Franz von Schönborn, weshalb auch über der Eingangstür der Kirche sein Wappen in Stein eingelassen ist. 1718 führte man die Andacht zur ewigen Anbetung ein, und setzte als Jahrestag den 28. Februar fest, der bis zum Jahre 1928 beibehalten wurde. Für 1929 und später wurde jedoch auf bischöfliche Anordnung der 27. Februar jeden Jahres festgelegt.

 

 Das Dorf hatte 1687 rund 160 Einwohner, die sich hauptsächlich von der Landwirtschaft, teils aber auch von den hier vorhandenen Köhlereien, die Ende des neunzehnten Jahrhunderts eingestellt wurden, ernährten. Die Erträge des Feldes waren im Vergleich zu heute sehr gering. Die Wiesen wurden nur einmal gemäht, später wurde das Vieh, welches zur Bebauung des Feldes nicht erforderlich war, zur Abweidung getrieben. Die Hirten ( Kuh-, Schaf- und Schweinehirten ) erhielten von den Viehbesitzern ein entsprechendes Hutgeld, und freie Wohnung in den Hirtenhäusern, von denen heute noch eins in der Hirtengasse zu sehen ist. ( Besitzer Jean Hofmann, Schweinehirt )

 

 Im Jahre 1724 hatte Schloßborn bereits 204 Einwohner. Da sich der Ort immer mehr vergrößerte, wurde das Tor abgerissen und auch außerhalb der Ringmauer gebaut. Im achtzehnten Jahrhundert hatte die Gemeinde viel unter Einquartierung zu leiden, wodurch hohe Ausgaben entstanden.

 

1752 wurde das herrschaftliche Gut von der Gemeinde gepachtet, die es zum Teil pachtweise an ihre Bürger weitergab, wodurch die Gemeinde einen kleinen Gewinn erzielte und so die Schulden decken konnte. 1780 beschloß die Gemeinde, das herrschaftliche Gut aufzukaufen. 47 Bürger wollten sich daran beteiligen, die Herrschaft muß aber nicht damit einverstanden gewesen sein, denn sie behielt das Anwesen. Im Jahre 1789 wurde das herrschaftliche Gut der Gemeinde in Erbleihe gegeben, bei einer jährlichen Zinszahlung von 736 Gulden.

 

 Durch die von 1773 – 1813 eintretenden neuerlichen Kriegsunruhen wurde Schloßborn durch ständige Einquartierung sehr hart mitgenommen. Hauptsächlich waren es Russen und Franzosen. Die der Landesherrschaft erwachsenen Kriegskosten deckte man durch Umlegung aller möglichen Steuern. Auch mußten die Bürger bei den Schanzarbeiten in Mainz und Kastel Frondienste leisten. Die Bewohner von Schloßborn gerieten in große Armut.

 

Ende des achtzehnten und Anfang des neunzehnten Jahrhunderts streifte in der Schloßborner Gegend der bekannte Räuberhauptmann „Schinderhannes“. Die zu Schloßborn gehörende „Hasenmühle“ und die nahe dabei gelegene „Fuchsmühle“ waren von ihm oft aufgesuchte Schlupfwinkel. Dadurch, daß die beiden Mühlen zu verschiedenen Ländern gehörten, die Hasenmühle zu Kur-Mainz, die Fuchsmühle zu Nassau, konnte Schinderhannes seine Pläne leichter ausführen. Nach alten Erzählungen soll Schinderhannes mit seinen Spießgesellen in der Wirtschaft „Zur Burg“ an Tanzabenden teilgenommen und sich mit jungen Mädchen belustigt haben. Niemand war vor dieser Bande sicher und es gab erst Ruhe, als Schinderhannes mit neunzehn Mordgesellen am 18. November 1803 in Mainz hingerichtet wurde.

 

 Im Jahre 1803 kam Schloßborn zum Hause Nassau. Die Verhältnisse blieben die gleichen. Von der im Jahre 1813 von den Kriegs...? eingeschleppten Typhusseuche wurde Schloßborn stark betroffen. Es erkrankten vom 1. Oktober 1813 bis 1. April 1814 104 Personen, von denen 78? starben. Trotzdem war Schloßborn der erste Ort im Taunus, der sich von den Folgen des Krieges erholte.

 

Im Jahre 1821 wurde das jetzige Schulhaus bis zum ersten Stock gebaut, der zweite Stock wurde erst im Jahre 1846 errichtet.

 

1829 wurde die erste Wasserleitung gebaut, die fünf Brunnen speiste und zwar: auf dem sogenannten Hirtenplatz, am Backhaus, der Lindenbrunnen an der Kirche, der Brunnen vor dem Tore, und an der sogenannten Wacht. Die Gesamtausgaben der damaligen Wasserleitung beliefen sich auf 5288 Gulden, 34 Kreuzer und 3 Heller.

 

 Um 1840 betrieben die Einwohner außer der Landwirtschaft auch den Holzhandel, besonders nach den Orten Frankfurt, Höchst und Wiesbaden. So war das Vieh fast immer auf der Landstraße, wodurch die Landwirtschaft stark vernachlässigt wurde. - Am 15. September 1862 wurde das erbliche Gut den Erbbeständen gegen Zahlung von 21 200,- Gulden. Verzinslich zu 5 Prozent, am 1. Januar 1863 als Eigentum übergeben. Von jetzt ab konnten die Erbbestandes – Anteile nach Belieben in kleine Teile geteilt oder veräußert werden.

 

Im Kriege 1866 trat Herzog Adolf von Nassau auf die Seite der Österreicher. Am 16. August 1866 wurde das Herzogtum Nassau von den Preußen eingenommen und zur preußischen Provinz erklärt.

 

 Gegen Ende des neunzehnten Jahrhunderts hat sich die Landwirtschaft bedeutend emporgeschwungen. Allmählich verbesserte sich auch der Postverkehr und am 20. August 1890 wurde eine Posthilfsstelle errichtet. In diesem Jahre wurde das Dorf auch an das Fernsprechnetz angeschloßen. Im Jahre 1903 ersetzte man die Bodenleitung durch eine Hochdruckwasserleitung, die einen Kostenaufwand von 29 300,- Mark erforderte.

 

 Im Jahr 1910 hatte Schloßborn 648 Einwohner. Ende 1911 Anfang 1912 wurde der Ort mit elektrischem Licht versehen. Am 1. Juli 1913 wurde die Gemarkung von einem schweren Unwetter heimgesucht. In dem nahegelegenen Distrikt „Kalbsheck“ wurden sämtliche Buchenbestände niedergeschlagen.

 

 

 

Bei der Mobilmachung am 1. August 1914 befand sich der Ort in großer Aufregung. Das erste Opfer des Krieges war Peter Becht, der am 27. September 1914 sein Leben für das Vaterland hingeben mußte. Schloßborn hatte durchschnittlich 110 bis 130 Mann beim Heere. Im Juli 1917 wurden die Glocken vom Kirchturm geholt und eingeschmolzen. Schloßborn hat an Kriegsteilnehmern folgende Personen verloren: Peter Becht,  Jos. Hofmann, Franz Adam Becht, Johann Melchior Schmitt, Hch. Anton Frankenbach, Johann Klomann, ? Klomann, Franz Jos. Ungeheuer, ? Bauer ?, Peter Scheurich, Adam Albert Marx, Joh. Jos. Schmitt, ? Becht, Johann Joh. Jos. Becht, Joh. ? Becht, Otto Herm. Frankenbach, Adam Kilb, Joh. Hch.Halm und Franz Schauer.

Ferner sind an den Folgen des Krieges gestorben: Georg Güllering, Franz Kilb, Joh. Jos. Hofmann, Anton Jos. Becht und ? Emil Heck?

 

Am 9. März 1919 wurde Schloßborn durch die Franzosen besetzt und erst nach einem halben Jahr wieder geräumt. Nach einer Volkszählung aus diesem Jahre hatte Schloßborn nur noch 634 Einwohner. Die Zivilgemeinde beschaffte im Jahre 1922 wieder neue Glocken. In den Jahren 1922/23 wurde auf der sogenannten Bleiche ein Sportplatz errichtet. Auf Anrehgung des derzeitigen Lehrers Weilbacher wurde im Jahre 1926 eine Jugendherberge errichtet und am 20. Juni 1926 eingeweiht. Sie kann 120 Wanderlustige aufnehmen. Im Jahre 1926 wurde vom Turnverein eine Turnhalle errichtet. Nach jahrelangem Bemühen der Gemeindekörperschaften wurde im Jahre 1928 das jetzt vollendete Schwesternhaus, welches einen Kostenaufwand von etwa 40 000,- RM erforderte, sowie ein Ehrenmal für die im Weltkrieg gefallenen Krieger errichtet.

 

Die Gemarkung Schloßborn zählte im Jahre 1929 etwa 1430 Hektar und etwa 700 Einwohner.

 

 Es ist ein sehr beliebter, waldreicher Luftkurort und wird demnächst sein tausendjähriges Bestehen feiern.

 

 Anton Horn