Im Kampf gegen Krebs zählt alles

04.06.2016TAUNUSZEITUNG  04.06.2016  Jeweils fast 2000 Euro für krebskranke Kinder respektive Behinderte – die Spenden, die Verantwortliche von Kirche sowie Heimat- und Geschichtsvereins unlängst überreichen konnten, sind beachtlich und werden vor allem dringend benötigt.

 

 

Schloßborn. 

Angesichts eines jährlichen Bedarfs von rund 2,4 Millionen Euro mutet eine Spende von 1960 Euro allenfalls wie ein Tropfen auf einen glühenden heißen Stein an. Und doch scheint es sehr viel mehr für die Verantwortlichen des Vereins „Hilfe für krebskranke Kinder“ zu sein. Wie sonst ließe sich erklären, dass nicht nur Geschäftsführer Rudolf Starck, sondern auch die mittlerweile im Ausland lebende Ehrenvorsitzende des Vereins, Helga von Haselberg, eigens nach Schloßborn kamen, um die alljährliche Weihnachtsmarkt-Spende entgegenzunehmen?

 

Beide dokumentierten damit sowohl die enge Bindung, die zwischen der Frankfurter Kinderkrebshilfe und den Veranstaltern des Weihnachtsmarktes gewachsen ist, als auch wie dankbar ihr Verein für jedwede Zuwendung ist. Denn nach wie vor, hat sich an der Finanzsituation des Vereins seit seiner Gründung 1983 ein zentraler Aspekt nicht geändert: Die Kinderkrebshilfe, die von betroffenen Eltern gegründet wurde und getragen wird, bekommt nach wie vor keine finanziellen Mittel der öffentlichen Hand. Will heißen: Spenden sind überlebenswichtig für den Verein.

 

„Wir finanzieren über 30 Stellen an der Kinderkrebsklinik der Frankfurter Uniklinik. Darunter allein acht Ärzte“, so Starck. Vor allem das „Stammzelltransplantationszentrum“ sei darauf angewiesen.

 

Addiere man dazu den Betrieb des vereinseigenen Familienzentrums und weitere Betreuungsangebote, komme man auf einen jährlichen Bedarf an Drittmitteln von circa 2,4 Millionen Euro. Eine enorme Summe, die der Verein über Spenden, vor allem aber über testamentarische Verfügungen und Bußgeld-Zuweisungen einspielen müsse. Es sei ein täglicher Kampf, räumte Starck ein. Und dieser Kampf sei noch schwerer geworden, nachdem mit Johanna Quandt im vergangenen Jahr eine langjährige Gönnerin verstorben sei.

 

Warum sich Eltern krebskranker Kinder – auch Starck und von Haselberg sind Betroffene – eine solche Last noch zusätzlich aufbürden? Gerade weil man betroffen sei, so von Haselberg, wisse man, um was es gehe, und sei bereit, sich in besonderem Maße zu engagieren. Und das eben nicht nur im Dienste des eigenen Kindes.

 

Jedes kranke Kind, jede betroffene Familie habe es verdient, dass man helfe und mit aller Kraft versuche, eine Chance auf Leben und Überleben zu schenken. Das habe für „Johnny“ Heimes gegolten, den jungen Mann aus Darmstadt, den der Verein so lange in dessen letztlich vergeblichen Kampf gegen den Krebs unterstützt hat. Und das gelte ganz aktuell auch für ein an Krebs erkranktes Flüchtlingsmädchen aus Afghanistan, das mit Unterstützung des Vereins, in Frankfurt eine Therapie begonnen habe.

 

Ein echtes Anliegen

 

Dass sich der Verein „Hilfe für krebskranke Kinder“ wie auch die Oberurseler Werkstätten auf die finanzielle Unterstützung aus Schloßborn verlassen können – das ist Benno Hofmann, Joachim Frankenbach und allen anderen Mitstreitern, die sich für den Weihnachtsmarkt einbringen, seit mittlerweile 16 Jahren ein besonderes Anliegen. So lange bereits findet der romantische Budenzauber im Pfarrhof statt. Und so lange bereits gilt die sogenannte „Drittel-Lösung“(siehe „INFO“).

 

Andreas Knoche, Betriebsleiter der Werkstätten, hat denn auch doppelt guten Grund, ein Fan des Weihnachtsmarktes zu sein. Zum einen, so Knoche, schätze er schon lange das familiäre Flair. Zum anderen freue er sich, dass auch seine Einrichtung neuerlich in den Genuss der Zuwendung komme. Knoche: „Die Spende wird für die Einrichtung unserer neuen Tagesförderstätte beste Verwendung finden.“

 

Wer den Verein „Hilfe für krebskranke Kinder“ unterstützen möchte, findet alle Infos online unter www.kinderkrebs-frankfurt.de.

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Limes vom Laptop auf die Leinwand

26.03.2016 Von DAVID SCHAHINIAN Wie man junge Menschen für historische Themen begeistern kann, zeigt der Heimat- und Geschichtsverein in Schloßborn nun schon seit mehr als zwei Jahren. Regelmäßig trifft sich ein altersgemischter Arbeitskreis, um neue Medien ins Programm einzubinden.

Schloßborn. 

 

Licht dringt aus dem Heimatmuseum in Schloßborn auf die ins Dunkel getauchte Landstraße. Vor der Tür steht ein Auto, auf dessen Anhänger ein großes Brett liegt. Was im Innern vor sich geht, überrascht und erstaunt zugleich, weil man es nicht zwangsläufig im Heimat- und Geschichtsverein eines kleinen Dorfes im Taunus erwarten würde. Paul Hermann (18) sowie Elias (17) und Julian Steins (18) sitzen dort zusammen mit IT-Fachmann Sven Koebnick und den beiden erfahrenen Vereinsmitgliedern Armin Scheer und Joachim Frankenbach vor einem Laptop, um eine Präsentation zu erarbeiten. Besagtes Brett soll Bestandteil einer drei Meter großen, sogenannten Curved Screen-Leinwand werden. Deren Anschaffung kann schnell einen vier- bis fünfstelligen Betrag verschlingen. Der Arbeitskreis Digital, der hier zusammensitzt, versucht sich stattdessen an einem Eigenbau.

 

Der Heimat- und Geschichtsverein steckt damit bereits mitten in den Vorbereitungen für seine nächste große Ausstellung am ersten September-Wochenende. Im Mittelpunkt werden der Limes und die heutige Bedeutung von Grenzen stehen – ein brandaktuelles Thema, wie ein Blick auf die tägliche Nachrichtenlage zeigt. „Auch Vereine, die sich mit der Vergangenheit beschäftigen, müssen im digitalen Zeitalter moderne Wege der Vermittlung nutzen“, ist sich Frankenbach sicher. Ein schöner Nebeneffekt sei, dass damit auch junge Menschen für diese Themen begeistert werden.

 

Die Rechnung scheint aufzugehen, auch wenn die Motive für das Engagement der Mitglieder ganz unterschiedlicher Natur sind. „Ich finde gut, was der Verein macht, und will nicht, dass das irgendwann einmal einschläft“, sagt Patrick. „Wir sind in der Gemeinde schon immer aktiv gewesen. Manchmal fehlt die Jugend aber ein bisschen im Schloßborner Vereinsleben“, ergänzt Julian. Daher sei es wichtig, sich selbst zu engagieren. Elias hebt zudem hervor, dass ihn die moderne Herangehensweise des Vereins, „das Digitalisierungsthema“, anspricht.

 

Treffen auf Zuruf

 

Seit mehr als zwei Jahren besteht der Arbeitskreis, dem außerdem der Student Niclas Mattheus angehört, bereits. Die Termine für Treffen werden auf Zuruf festgelegt. Außer der Ausstellung wird derzeit unter anderem auch am Relaunch der Vereinsseiten im Internet gearbeitet. „Jeder trägt seinen Teil dazu bei. Wir regen uns gegenseitig an“, berichtet Scheer. Das Zusammenspiel zwischen Jung und nicht mehr ganz jung funktioniert, weil alle mit Neugier und Offenheit bei der Sache sind. Laptop und Internet seien für keinen ein Hindernis, beteuern die Jugendlichen schmunzelnd: „Wir haben hier keine Technik-Legastheniker sitzen.“

 

Für größere Herausforderungen steht zudem IT-Experte Koebnick bereit. „Wir haben hier vor einigen Jahren ein Haus gebaut, und ich habe eine Aufgabe gesucht, in die ich mich im Ort einbringen kann“, erzählt er. Den Umzug nach Schloßborn hat er nicht bereut: „In Glashütten läuft überdurchschnittlich viel.“ Er hofft, dass auch andere zur Mitarbeit motiviert werden: „Je mehr Hilfe man hat, desto mehr kann man basteln.“

 

 

 

Taunuszeitung 9.3.2016

 

Hilfe für Frauen in Kamerun

 

09.03.2016

 

 

 

Schloßborn. 

Wenn der Schloßborner Heimat- und Geschichtsverein am Sonntag um 11.30 Uhr die Pforten des Heimatmuseums zum Ostermarkt öffnet, wird der Blick nicht nur auf hübsche Deko-Artikel fallen, sondern auch weit über den Tellerrand des Taunus hinausgehen.

Dafür verantwortlich zeichnet Elke Scheiner, die um 14 Uhr einen Vortrag über die Lebensbedingungen in Afrika und ihre eigene Arbeit für die Verwirklichung der Gleichstellung von Männern und Frauen in Kamerun hält.

Als Vorsitzende von „afemdi-projekte“ kümmert sie sich mit ihrem Verein darum, dass „bildungswillige Mädchen und Frauen“ in Kamerum gefördert werden. Zu den Projekten zählt ein Alphabetisierungsprogramm für bis zu 250 Frauen, ein Kinderhausprojekt in Rey Bouba für 46 elternlose Mädchen und Jungen, die Frauenhilfe im Gefängnis Tcholliré sowie Schulpatenschaften für 22 AFEMDI-Stipendiatinnen.

Passend zum Vortrag und zum Rahmen des Ostermarktes hat Charlotte Frankenbach aus kamerunischem Perlenmaterial, das Elke Scheiner mitgebracht hat, Halsschmuck gefertigt, der am Sonntag zum Verkauf angeboten wird. Der Reinerlös kommt dem ABC-Paket-Projekt zugute. Natürlich wartet auf die Besucher des Marktes auch das ganz klassische Deko-Programm zu den kommenden Feiertagen: Beginnend bei Ostereiern und Gestecken, über Kränze, Keramik, Marmelade, Schmuck und Accessoires, bis hin zu Bildern, sowie Pflanzen für die Gartensaison. Selbst gebackener Kuchen, Kaffee, Spießbratenbrötchen und eine Suppe runden das Angebot kulinarisch ab. Der 13. Schloßborner Ostermarkt beginnt am Sonntag um 11.30 und endet um 16 Uhr.

 

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16.01.2016.TZ

 Den Grenzwall in den Blick nehmen

16.01.2016 Seit Beginn der Flüchtlingskrise spielen „Grenzen“ in Europa wieder eine Rolle. Der Heimat- und Geschichtsverein nimmt dies zum Anlass, diesem Thema im September eine Schau zu widmen. Kern der Ausstellung wird der Limes sein.

 

Schloßborn. 

Der Heimat- und Geschichtsverein startet optimistisch in das neue Jahr. Nachdem im vergangenen Jahr die gelungene Sanierung des Wehrturms dem Verein in Schloßborn viel Rückenwind und neue Mitglieder beschert hat, will der Heimat- und Geschichtsverein nun neue Projekte anpacken.

Ein besonders aufwendiges Vorhaben ist die Organisation einer Ausstellung, die bisher noch unter dem Arbeitstitel „Grenzen“ läuft, verrät der Vorsitzende Joachim Frankenbach. Kern der Ausstellung, die im September gezeigt werden soll, sei die Dokumentation „Der Limes in Schloßborn“ von Hermann Gossenauer.

Aber der Verein stelle auch einen Bezug zur heutigen Zeit her. „Grenzen spielen heute ja wieder eine große Rolle“, so Frankenbach. „Wir wollen zeigen, was sich seit Schengen geändert hat. Heute werden wieder Zäune gebaut, Europa schottet sich ab.“

Dies wolle der Verein allerdings nicht bewerten, sondern lediglich die Entwicklungen darstellen. „Diskutiert wird das dieser Tage zur Genüge. Wir wollen nur dokumentieren“, stellt Frankenbach klar. Zudem sollen die Routen der Flüchtlingsströme dargestellt werden sowie die Gründe, warum sich Menschen aus den verschiedensten Regionen der Welt auf den Weg nach Europa machen. Für die Vorbereitung der Ausstellung wurde ein Arbeitskreis gebildet. „Das sind vor allem jüngere Leute, die auch alle sehr gut mit dem Computer umgehen können. Wir haben Schüler und auch Studenten“, so der Vorsitzende. Zurzeit arbeite die Gruppe daran, mit Folien Bildschirme für Beamer-Projektionen zu basteln. „Wir können Hilfe und Unterstützung gebrauchen“, so Frankenbach. Die Arbeitsgruppe treffe sich etwa einmal im Monat, die neuen Termine werden bei den Treffen selbst abgestimmt. Wer Lust hat, sich in der Arbeitsgruppe zu engagieren, kann sich bei Joachim Frankenbach unter E-Mail taunusborn
@gmail.com melden.

Keine Nachwuchssorgen

Die nächste größere Veranstaltung, zu welcher der Verein lädt, ist der Ostermarkt. Hier werden wieder Osterschmuck, Dekorationsobjekte, Kräuter, Pflanzen und vieles mehr im Museum präsentiert. Zudem wird Elke Scheiner, die in Afrika Schulen für Mädchen baut, den Vortrag „Lebensbedingungen in Kamerun, Afrika“ halten, erzählt Frankenbach.

Die Jahreshauptversammlung steht im Juni auf dem Programm. 68 Mitglieder zählt der Verein, womit Frankenbach zufrieden ist: „Wir haben aktuell keine Nachwuchssorgen.“ Aber es sei wichtig, dass auch immer neue Mitglieder gewonnen werden. In den vergangenen Jahren habe das gut geklappt, weshalb den Verein keine Existenzängste plagen.

 

 

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Am 2. September 2016 Eröffnung im Pfarr-Gemeindehaus: Seit Beginn der Flüchtlingskrise spielen „Grenzen“ in Europa wieder eine Rolle. Der Heimat- und Geschichtsverein nimmt dies zum Anlass, diesem Thema eine Schau zu widmen.

Europa ein zerbrechlicher Kontinent?

Ein Inkontinent im doppelten Sinn der Bedeutung?

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2.Dezember 2015  Weihnachtsmarkt Ein Klassiker in festlichem Gewand

02.12.2015 Von DAVID SCHAHINIAN Vom Himmel hoch, da komm ich her? Auf dem Schloßborner Weihnachtsmarkt wäre dem Verkündigungsengel auch nicht viel anderes übriggeblieben: Der Pfarrhof war bereits am frühen Abend proppenvoll.

Schloßborn. 

 

Ein Weihnachtsmarkt wirkt meist erst richtig festlich, wenn es dunkel wird und die geschmückten Bäume und Lichterketten leuchten. In Schloßborn gibt es jedoch gute Gründe, seine erste Runde schon zur Eröffnung am Nachmittag zu drehen. Dann sind die Buden noch gut bevorratet und zumindest an manchen Stellen im Pfarrhof ist ein wenig mehr Platz. Der Markt der Kirchengemeinde St. Philippus und Jakobus sowie des Heimat- und Geschichtsvereins ist ein Publikumsmagnet. Klein, fein, stellenweise fast schon familiär: Man kennt sich, und wer das erste Mal dort ist, findet schnell Anschluss.

 

„Das ist der Rest“, sagen Angelika Klomann und Bertina Orlandi, und zeigen auf zwei mittelgroße Tabletts mit einigen wenigen Gebäckstücken. 21 Kuchen hatten fleißige Familien gespendet, am Abend waren nur noch Krümel übrig. Ob’s an den charmanten Verkäuferinnen lag? Oder an der Backkunst? Sehr wahrscheinlich, aber sicherlich auch am guten Willen: Traditionell werden die Erlöse des Weihnachtsmarkts, ebenso wie die des Schloßborner Weihnachtskalenders, aufgeteilt und kommen unter anderem den Oberurseler Werkstätten und dem Frankfurter Verein für krebskranke Kinder zugute.

 

Gute Geschäfte

 

Auch bei Gudrun Murach und Martina Dziurski hieß es gegen 18 Uhr bereits: Nur noch Restexemplare vorhanden. Seit 2003 verkaufen sie auf dem Markt Weihnachtsgestecke, die sie gemeinsam mit weiteren Frauen aus Schloßborn in Handarbeit fertigen. Die nötigen Fertigkeiten haben sie sich über die Jahre selbst angeeignet. „Wir treffen uns im Heimatmuseum, dann wird alles ausgebreitet und losgelegt.“ Was besonders nachgefragt wird? Da müssen die beiden nicht lange überlegen: „Rot und Gold, die klassischen Weihnachtsfarben.“

 

Die Strickfrauen haben ihren Stand nebenan bereits geschlossen. Die Strümpfe, Schals und Mützen sind schon alle weg und mitunter direkt in den Einsatz übernommen worden. Also weiter zu Ursula Seiter, die sich mit einem kleinen Küchenmesser an einem großen Laib Brot abarbeitet. Schmalzstullen sind hier im Angebot, zumindest bald wieder: „Es ist alles weggegangen, jetzt müssen wir selbst schmieren. Die Kollegen holen gerade die richtigen Messer“, berichtet sie. Zum Glück hatten diese auch heißen Apfelwein im Angebot, mit der sich die Wartezeit prima überbrücken ließ.

 

Zahlreiche Auftritte versüßten den Besuchern die Adventszeit zusätzlich, etwa vom Schloßborner Bläserchor, den Kirchturmspatzen oder dem Little Broadway Ensemble, das amerikanische Weihnachtslieder intonierte. Joachim Frankenbach, Vorsitzender des Heimat- und Geschichtsvereins, zeigte sich glücklich angesichts des Zuspruchs.

 

„Nächstes Jahr wollen wir auch wieder aktiv mithelfen“, verrieten Gerhard Niksch und Friedel Conrady, Mitglieder des Vereins, noch lächelnd zum Abschied. Mit 80 plus gehört man schließlich noch lange nicht zum alten Eisen. Zumindest nicht in Schloßborn.

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15.07.2015 Taunuszeitung     Hoher Besuch aus Königstein in Schloßborn, Burgfräulein Nora I.

Passend zum nahenden Königsteiner Burgfest am Freitag den 17.07.2015 besuchte Ihre Hoheit, Burgfräulein Nora I. in Begleitung von Frau Becker vom Burgverein die Eröffnung des Schloßborner Turmfestes am 11. Juli, veranstaltet vom Heimat und Geschichtsverein Schloßborn. Anlass der ausgelassenen Feier war die Freude der Schloßborner sowie der Glashütter aller Ortsteile, über die gelungene Rettung des Schloßborner Wehrturms.

 

Foto Armin Scheer

Nora I.,1. Vors. Joachim Frankenbach, Thomas Fischer Bürgermeister AD

 

 In der Amtszeit des früheren Vorsitzenden Benno Hofmanns, wurde glücklicher Weise bereits eine Innen-Ringverankerung zur Stabilisierung des Turms angebracht. Nach allen Leiden dieses Bauwerks,  war die Erhaltung des Wehrturms nur einer unserer Träume sagte der erste Vorsitzende des Heimat und Geschichtsvereins Joachim Frankenbach. Seit Dezember 2014 strahlt der Schloßborner Wehrturm in neuem Glanz. Die Menschen und Institutionen stellten sich umfassend hinter den Verein und beteiligten sich an diesem Thema durch finanzielle Zuwendungen, erkennbar an der Spendentafel am Turm. Das Thema Turm zeigt: Gemeinsames Handeln bringt den Erfolg, so Frankenbach.

Zum Anfang: Die Aktiven und Helfer des Vereins sorgten durch erfolgreiche Veranstaltungen sowie anerkannte  Ausstellungen für die finanziellen Grundlagen der Vereinsmittel für den Turm.

Im Jahr 2012  beschloss der neue Vorstand, trotz profunder kontroverser  Argumente im gesamten Gemeinwesen, die Gemeinde als Besitzer des Turms, den damaligen Bürgermeister Thomas Fischer  zu bitten, sich für die Erhaltung des Turms stark zu machen. Herrn Fischer kann man nur dankbar sein, wie engagiert er für die Erhaltung des Turms gekämpft hat. Die Vereins-Vorstandsmitglieder Linda Godry und Heike Kolter haben mit dem Rückenwind  des Gemeinderatsvorsitzenden Mathias Högn, nach und nach, mit den Gemeinderatsmitgliedern in den Ausschüssen und Sitzungen um einen guten Weg gerungen. Es ist hier von einem glücklichen Zeitfenster zu sprechen, mit vernünftig, realistisch handelnden Personen auf allen Ebenen. Politik ist eben die Kunst des Machbaren.

Das Königsteiner Bauunternehmen Pfaff wurde um einen Kostenvoranschlag gebeten.

Der  überschaubare Kostenvoranschlag brachte bei den Mitgliedern des Gemeindeparlaments, den Denkmalbehörden, eine realistische Einschätzung der Machbarkeit in Gang. Die Kuratorin Dr. Jakobi war mit den Gedanken des Bürgermeisters und des Vereinsvorstands so sehr einverstanden, dass sie spontan 20.000. —Euro zuwendete, was die Baumaßnahmen am Turm zusätzlich sicherte. 


Die Sanierung der Mauer soll später folgen. Die Bewirtschaftung der Geldmittel erfolgte über Frau Paul von der Glashütter Gemeindeseite und Heike Kolter und Edgar Gräber von Vereinsseite.

Zwei Schienen der Argumentation beflügelten den Erfolg. Zum einen die emotionale Schiene: Der Turm als Identitätsspendendes Symbol hat für jeden eine Bedeutung. Geschmackliche Grundlagen traten zurück. Wichtiger jedoch: Die realistische Schiene. Die Frage nach der Höhe der Mittel, ja der Zumutbarkeit für die finanzielle Entscheidung entgegen weiteren Zerfalls, die fachlich handwerklichen Bedingungen, die Übersicht über die Finanzen.

Bei der Beschaffung von Informationen halfen Fachleute wie Dieter Weinell, Jörg Wittlich Gemeinde, der Königsteiner Jochen Pfaff und der Schloßborner Dieter Paul. Bei der Beschaffung notwendiger Rechtsgrundlagen, Juristen wie RA Michael Oldenburg Königstein und Gebäude-Vertrags-Fachleute wie Herbert Freudl Immobilien Schloßborn sowie andere Berater in Schloßborn und anderen Orts. Die Hinwendung der Handwerker zu einer gut gelungenen Arbeit, wie Jochen Pfaff Bauunternehmer, Dieter Paul Holzbau Dach, Lenz Weber Statiker und Marc Herbert Dachdecker.

Das Ergebnis wurde gefeiert. Dieser Turm ist ein Symbol des Zusammenhalts in dieser Gemeinde, das ist abzulesen an den aktiven Helfern anderer Vereine für das Fest, die spontan und ohne erwartete Gegenleistung dem Heimatverein bei der Gestaltung des Festes halfen: Die Freiwillige Feuerwehr, die Bembel-Frauen, Der Anglerverein Silberbach, der Turnverein, Tu wie Tuwas, sowie der Karnevalverein. So einen Zusammenhalt kann man suchen. Schloßborn ist einzigartig in jeder Weise.

Besucht wurde die interessante geschichtliche Ausstellung des Alwin Klomanns im Heimat-Museum, Hermann Gossenauers Rundgang entlang der ehemaligen Befestigungsmauer, die Aufführungen der Laienspielgruppe Kilian Marx, das Kabarett Schüssel Live und alle Freuden „für Laib und Seel“ , die Peter Hofmann und Linda Godry bereithielten. Für die Kinder gab es eine Monster-Hüpfburg.

Im kommenden Jahr möchte sich der Heimatverein einem weiteren Traum nähern. Wir wünschen uns eine Außendokumentation über Lage, Funktion, sowie Bedeutung der Ringmauer mit ihren sieben Türmen.

Die Flughafen-Stiftung Frankfurt fördert kulturelle Projekte wie den Erhalt des Gedächtnisses und der Schätze der Region. Im Anschluss der Eröffnung freuten wir uns auf die Zuwendung in Form einer Scheckübergabe über 28.000 Euro. Durch Jutta Nothacker, Geschäftsführerin der Stiftung Flughafen, die über die Zeit als Bürgermeisterin der Gemeinde weiter über das Wohlergehen der Gemeinde wacht. Mit diesen und anderen Mitteln, können wir die Bedeutung der Ringmauer mit ihren sieben Türmen noch mehr für uns und für die Besucher der Gemeinde dokumentieren, so der zweite Vorsitzende Armin Rehme und die Schriftführerin Linda Godry.

 

       

Glashütten Magazin, Februar 2015

10. September 2014 Taunus-Nachrichten                                Ausstellung „Liebe in Zeiten des Krieges,                                            L‘Amour au temps de la guerre“.

 

Schloßborn – Das Glashütten-Schloßborner Museumsfest begann mit einer einfühlsamen Eröffnung der Ausstellung „Liebe in Zeiten des Krieges, L‘Amour au temps de la guerre“. Der Vorsitzende des Heimat- und Geschichtsvereins, Joachim Frankenbach, betonte bei der Begrüßung der zahlreichen Gäste wie wichtig der Versuch sei, die Geschehnisse einer Zeit ab 1914, die Thematisierung eines Krieges, der in drei Jahren mehr Menschenleben forderte als der Dreißigjährige Krieg, in unsere Zeit hineinzuholen, damit die Menschen heute etwas damit anfangen können. Die Freude über die erreichten guten Beziehungen der Menschen aus Deutschland und aus Frankreich sollten uns nicht dazu verleiten, unsere Gedanken erlahmen zu lassen, mahnte Frankenbach. Die Arbeit der zahlreichen Partnerschaften der Kommunen beider Länder, der Jugendaustausch sollten nicht zurückgehen, sondern verlange nach Mut zu neuen Anstrengungen. „Wenn diese Ausstellung, der Blick in die Korrespondenz der Soldaten auf beiden Seiten der Front, dazu führt, dass die Besucher und besonders die jungen, darüber nachdenken, wie sinnlos kriegerische Auseinandersetzung sein können, haben wir viel erreicht“, meinte Frankenbach.

Der Glashüttener Bürgermeister Thomas Fischer stellte im Anschluss die Frage: Können gezogene Parallelen mit heutigen Krisen wie der in der Ukraine, als berechtigt angesehen werden? Ob man den Beginn des Ersten Weltkriegs mit heutigen Krisen vergleichen kann, ist schwer zu sagen, so Fischer. Vergleiche hinken. Hört man die Worte Michael Gorbatschows vom vergangenen Samstag im Russischen Rundfunk, könnte man durchaus dazu neigen. Wenn es einen gibt, der weiß, wovon er redet, ist es der Friedenspräsident, der Mann, der Weltgeschichte schrieb. Zitat aus dem russischen Rundfunk vom vorvergangenen Samstag: Friedensnobelpreisträger Michail Gorbatschow hat angesichts der Eskalation im Ukraine-Konflikt vor einem „schrecklichen Blutvergießen“ in Europa gewarnt. Es dürfe nicht dazu kommen, dass sich der Konflikt etwa durch ein militärisches Eingreifen Russlands zu einer internationalen Krise ausweite, mahnte der 83 Jahre alte ehemalige Sowjetische Präsident am vorvergangenen Samstag im Moskauer Radiosender Russkaja Sluschba Nowostej. „Wenn der Staat angerührt wird, (...) dann werden dort alle hineingezogen. Wir könnten dann zu einem schrecklichen Blutvergießen in Europa kommen. Das darf nicht zugelassen werden“, sagte Gorbatschow. Zahlreiche Politiker hatten zuletzt vor einem möglichen Weltkrieg gewarnt.

 


                                                 Alwin Klomann und Peter Hess
Alwin Klomann und Peter Hess

Danach erklärte der erste Bürger der Gemeinde Glashütten, Matthias Högen, ausführlich die Arbeit von Alwin Klomann, aber auch von Madame Francoise Treeses sowie Thomas Steins an der Ausstellung „Vom Hurra zur Realität“. Die Veränderung in den Sichtweisen des Soldaten P. J. Hess sowie des Mediziners George Duhamells in ihrer Korrespondenz. Kreisbeigeordneter Bert Worbs stellte die Art der Behandlung des Themas durch den Schloßborner Heimatverein in einen Kontext zu zahlreichen vergleichbaren Veranstaltungen zum Ersten Weltkrieg im Jahr der hundertjährigen Wiederkehr des Beginns 1914. Henrike Johannson vom Förderkreis Glashütten/Caromb erzählte vom Anfang der Gemeindepartnerschaft und von ihrer Arbeit im Jugendaustauch bei Auszubildenden. Nach der kurzen Vorführung eines einstimmenden Trailers auf einem großen Bildschirm im Saal, gab es noch Gelegenheit zu einem Gespräch der deutschen und französischen Besucher mit Sofie Laszlo, der Generalkonsulin Frankreichs. Danach folgte der Gang zur Ausstellung nebenan.

Das etablierte Museumsfest auf dem Schulhof der Alten Schule in der Langstraße lockte bei gutem Wetter viele Besucher nach Schloßborn. Alle Generationen waren vertreten. Mehr können wir uns nicht wünschen, meinte der Zweite Vorsitzende des Vereins, Armin Rehme.

 

 

Joachim Frankenbach (Mitte) und die weiteren  Mitglieder des Heimat- und Geschichtsvereins Schloßborn wollen, dass ihre Ausstellung als Mahnmal dient ___________________________________________________